Kosten

Die Gebühren für die verschiedenen Tätigkeiten eines Rechtsanwalts sind durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gesetzlich geregelt. Die Höhe der jeweiligen Gebühren bestimmt sich, sofern keine besonderen Regelungen einschlägig sind, nach dem jeweiligen Streitwert der Angelegenheit.

Bereits im Rahmen des Erstgesprächs werden Gebühren und Kosten mit Ihnen besprochen sowie ein etwaiges Prozesskostenrisiko vorab eingeschätzt, so dass Sie nachvollziehen können, mit welchen Kosten Sie für Ihre Angelegenheit rechnen müssten.

Jeder Rechtsanwalt ist gemäß § 9 RVG berechtigt, einen angemessenen Vorschuss für seine Tätigkeit in Rechnung zu stellen.
  
Beratungskosten
Seit dem 01.07.2006 sind die Gebühren für eine Beratung durch Rechtsanwälte und für die Erstellung eines schriftlichen Gutachtens zwischen Rechtsanwalt und Mandant frei verhandelbar und nicht mehr gesetzlich geregelt.
Vielmehr soll der Rechtsanwalt in diesen Fällen auf eine Gebührenvereinbarung mit dem Mandanten hinwirken. Dies ist in § 34 Abs. 1 S. 1 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) in der Fassung ab 01.07.2006 so geregelt. So kann beispielsweise eine Gebühr in Höhe der bisher geltenden gesetzlichen Beratungsgebühren vereinbart werden oder ein Zeit- oder Pauschalhonorar. Dies wird jeweils abhängig vom Umfang der Beratungstätigkeit und dem rechtlichen Schwierigkeitsgrad der Anwaltstätigkeit individuell mit dem Mandanten besprochen und vereinbart.

Anrechnung von Gebühren
Sofern nach erfolgter anwaltlicher Beratung in derselben Angelegenheit keine weitere außergerichtliche Tätigkeit des Anwalts erforderlich ist, verbleibt es bei den vereinbarten Gebühren für die Beratung.

Wird der Rechtsanwalt nach erfolgter Beratung weiter für den Mandanten tätig, werden die entstandenen Beratungsgebühren auf die weiteren Gebühren für eine außergerichtliche oder gerichtliche Tätigkeit des Rechtsanwalts angerechnet.

Eine entstandene Gebühr nach dem RVG für die außergerichtliche Tätigkeit des Rechtsanwalts wird wiederum zur Hälfte auf die für gerichtliche Tätigkeiten des Rechtsanwalts anfallenden Gebühren angerechnet.


Rechtsschutzversicherung
Sollten Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, bringen Sie bitte zum Beratungstermin Unterlagen mit, aus welchen sich insbesondere der Umfang der Rechtsschutzversicherung (beispielsweise Verkehrsrecht oder Privatrechtsschutz etc.) sowie die Versicherungsschein-Nummer ergibt.
Gern übernehmen wir für Sie die unentgeltliche Anfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung und reichen für Sie eine sog. Kostendeckungsanfrage bei der Versicherung ein. Es ist für Sie von Vorteil, wenn ein Rechtsanwalt die Anfrage bei der Versicherung für Sie stellt, da es in vielen Fällen entscheidend auf die Formulierung des Sachverhaltes ankommt. Dies kann Versicherungen unter Umständen dazu bewegen, die Kosten aus Kulanzgründen zu übernehmen, wenn sie hierzu vertraglich nicht verpflichtet sind.


Beratungs- und Prozesskostenhilfe
Auch wenn Sie nur über geringe Einkünfte verfügen sollten, haben Sie dennoch Anspruch auf anwaltliche Beratung und Vertretung.
Für die außergerichtliche Beratung und Vertretung durch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl können Sie bei dem für Sie zuständigen Amtsgericht Beratungshilfe beantragen. Für die Vertretung Ihrer rechtlichen Interessen vor Gericht besteht die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen, wenn Ihr Begehren hinreichend Aussicht auf Erfolg bietet oder die Rechtsverteidigung notwendig ist.
Zu beachten ist, dass im Falle der Bewilligung von Prozesskostenhilfe nur die Kosten Ihres Rechtsanwalts von der Staatskasse getragen werden, nicht die Kosten des Rechtsanwalts der gegnerischen Partei im Falle Ihres Unterliegens vor Gericht.

Die Antragsformulare für die Beratungs- und Prozesskostenhilfe sowie entsprechende Hinweise hierzu finden Sie unter dem Menüpunkt „Service“ auf meiner Homepage.